Ich geh mit meiner Laterne, kleines Festessen

Die Tage waren wir mal wieder mit unserem Hund unterwegs. Da aber auch der Briefkasten angepeilt werden musste, sind wir durch den Ort geschlendert. Dabei kamen uns so viele Kinder und auch Erwachsene mit Laternen entgegen.Warum ??? Die Leute unter Euch, die Kinder haben mögen mir verzeihen, wir sind kinderlos und haben dadurch solche Ereignisse nicht immer auf dem Schirm. Ja, bei uns gab es einen St. Martin Umzug ! Wie schön und was für eine Freude für die Kinder. Gerade jetzt, wo ja vieles schon abgesagt wurde. Ich hab den Umzug nicht gesehen, aber es sind ganz viele Erinnerungen bei mir hochgekommen.....

Als ich noch klein war haben wir die Laternen selber gebastelt. Ich erinnere mich noch an eine Laterne, da brauchte man eine Packung Schmelzkäseecken. Ich weiß nicht, ob es die heute noch gibt. Da waren, ich glaube mind. 6 oder gar 8 verschiedene Schmelzkäseecken drin und die Packung war rund. Der Deckel hatte in der Mitte ein Loch. Also ideal für eine kleine Laterne. Keiner mochte den Käse essen, aber die Packung war ja das Interessante. 

Die ersten Laternen hatten auch noch echte Kerzen. JJJJJaaaaa, so alt bin ich schon 😟! Dann wurde es bei uns auch langsam moderner. Es gab die ersten elektrischen Laternenstäbe und auch die tollen Tierlaternen. Ach was habe ich damals meine Ente geliebt ! Meine Schwester, die vier Jahre älter war, durfte gar eine Fackel tragen !!! Das waren Erlebnisse, die vergisst man nicht. Auch der Geruch von Feuer, vom verschwitzen Pferd, der Geschmack von Kakao und Stutenkerlen, dann kam irgendwann die Gans dazu, hach, einfach herrlich !!!!!!!!!!!!! Ich schweife gerade ab. 

Ja, überwältigt von diesen Kindheitserinnerungen haben mein Mann und ich uns was kulinarisch, feines für den St. Martinstag ausgedacht. Warum nicht auch mal in der Woche was festliches kochen ?

Martinsstuten und Martinsgans 



Hier die Rezepte

1. Stuten - Zutaten

300 g Milch, lauwarm

1 TL Trockenhefe (15 g Frischhefe)

500 g Mehl (405)

50 g Zucker

1 TL Salz

75 g Butter, weich

Rosinen, optional

Mal wieder die Auswahl - Küchenmaschine, oder Handarbeit mit einer Schüssel ? Ich tendiere ja zur Maschine, aber Ihr wisst es ja, kneten gibt 💪!

Bitte die Milch in eine Schüssel geben, dann die Hefe dazu und verrühren. Anschließend gebt Ihr das Mehl, den Zucker und das Salz dazu. Das zusammen zu einen Teig verkneten. Nach und nach die Butter unterarbeiten. Der Teig sollte eine schöne, elastische Konsistenz haben und nicht mehr kleben. Jetzt den Teig an einem warmen Ort entspannen lassen (ja, Sofa und unter die Decke). Das sollte mindestens eine Stunde sein. Wenn Ihr mehr Zeit habt, lieber etwas länger ruhen lassen, das bekommt dem Teig sehr gut. Nach der Ruhephase, bitte den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche nochmal etwas durchkneten (so etwa 5x). Wenn Ihr Rosinen im Stuten mögt, diese bei der Gelegenheit mit einkneten. Jetzt den Teig in eine Form, mit Decke packen. Deckel auflegen und in den kalten Backofen stellen. Die Temperatur auf 200 Grad Ober/Unterhitze einstellen, den Timer auf 25 Minuten. Nun geduldig warten....., bei dem Duft der verströmt wird, läuft einem schon das Wasser im Mund zusammen. Nach Ablauf der Zeit, mal den Deckel lüften und sich das Brot anschauen. Ich mache bei diesem Brot auch eine "Stäbchenprobe". Bei Bedarf noch ein paar Minuten, ohne Form und mit Resthitze nachbacken. Dann auf einem Gitter auskühlen lassen und abwarten. Der Duft ist himmlisch !!! Lecker, einfach nur mit Butter !!!😋

2. Martinsgans - Zutaten (auch für Weihnachten geeignet)

1 Gans (ca. 3 Kg, küchenfertig, Innereien aufheben und anderweitig verwenden)

1 Zwiebel (grobe Spalten)

1 Knolle Knoblauch (ungeschält und im Ganzen)

Rosmarin, optional

Salz, Pfeffer

300 ml Gemüsebrühe

Die Gans von innen und außen mit kaltem Wasser abspülen, abtrocknen und die Zwiebel, den Knoblauch und ggf. die Kräuter in den Bauchraum stopfen.




Den Backofen auf 220 Grad Ober/Unterhitze aufheizen lassen.

Jetzt einen Bräter mit Öl erhitzen und die Gans von beiden Seiten mit Pfeffer und Salz würzen. Wenn das Öl heiß ist, die Gans von beiden Seiten gut anbraten. Nun die Brühe angießen und den Deckel auf den Bräter legen. Wenn der Ofen die Temperatur erreicht hat, den Braten hineinschieben. 1 Stunde, mit Deckel garen lassen.




Nach der Stunde den Deckel abnehmen, die Gans mit der Brühe aus dem Bräter übergießen und ohne Deckel bei 200 Grad, eine Stunde weitergaren lassen. Immer mal schauen, wie der Bräunungsgrad ist. Ggf. immer mit etwas Brühe aus dem Brüter übergießen. Wir lieben die Haut sehr kross, darum haben wir die Gans nur zweimal übergossen. Nach der Stunde die Ofentemperatur abstellen und das Federvieh nochmal 15 Minuten ruhen lassen. Anschließend, wie bei einem Hähnchen tranchieren und schmackofatzen 😉😀

Unser Hund war auch schon ganz wild drauf ! Und da er brav die Gans im Ofen bewacht hat, gibt es auch eine Belohnung 😜


Wir haben die Gans, ohne große, weitere Beilagen gegessen. Es gab einen leichten Eisbergsalat dazu und eine Scheibe vom Martinsstuten. Es müssen nicht immer Knödel und Rotkohl sein. 

Die Gans wird an Weihnachten durch eine Füllung und entsprechenden Beilagen "aufgepeppt", getreu dem Motto "Keep it simple". 

Und was noch über ist wird entweder für später eingefroren, oder direkt weiterverarbeitet.


Die Innereien der Gans habe ich getrennt. Die Leber nach ich separat und sammle für eine Leberpastete. Die restlichen Innereien kommen in eine Suppe, aber alles später, darum vakuumiere ich die Sachen ein und ab in die TK.

Das übergebliebene Fleisch an der Gans zupfe ich ab. Ich mach daraus ein Gänserillette. Ganz einfach ! Rezept folgt....







Kommentare

  1. Ohhh auf das Gänserilette bin ich echt gespannt. Das esse ich ja so gerne!

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